Vegas Tag 4
Veröffentlicht von philip(p)ro
Ich bin mit Kopfschmerzen aufgewacht, die letzte Nacht war etwas zu lange und ein oder zwei Cocktails waren zuviel. Ich konnte mich zwar noch an alles erinnern, den Elektroniktisch am Excalibur, die 6 Stunden Session Poker mit 25$ Gewinn und den Black Jack Tisch, aber ich wusste einfach nicht mehr ob ich beim BJ verloren oder gewonnen hatte.
Schnell zum Tresor, das Geld nachgezählt und erleichtert meine Guten-Morgen-Zigarette um 2 Uhr Mittags geraucht. Ich wollte mich eigentlich direkt zum Shuttlebus Richtung Strip begeben, aber der Fernseher und ein 24h Marathon von King of Queens hinderten mich daran.
Um 7 Uhr Abends konnte ich mich dann doch mal erbarmen meinen Arsch Richtung Dusche zu bewegen und befand mich nach einem kleinen Zwischenstop bei Subways um Punkt 8 in einem 1/2$ Game im Binions, direkt 50m von meinem Hotel entfernt.
Bekomme gleich in der zweiten Hand J9s im CO, ein Limper vor mir, ich raise auf 10$, BU callt, Limper foldet.
Flop kommt T88 rainbow
ich bette 15$, er callt.
Turn 2
ich bette 40$, hab nich auf seine Stacksize geachtet und er callt mit seinen restl. 27$.
River blankt und er zeigt AJo. Geiler Start.
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Die Runde hat ein Durchschnittsalter von ca. 70 Jahren, scheinen alles Regulars zu sein, die meisten am Tisch kennen sich. Ich bin mit großem Abstand der Jüngste in der Runde.
Der Altersdurchschnitt senkte sich extrem, als sich ein ca. 25 jähriger, sehr gesprächiger und verdammt loose/aggr. Spieler zwei Plätze links von mir mit 300$ max einkauft.
Die älteren Herren am Tisch kannten ihn beim Namen, er scheint also öfters in der Runde mitzuspielen. Schon gleich in den ersten Minuten hab ich gemerkt, dass er wusste was er tut. Er schien die Gewohnheiten der Mitspieler auswendig zu kennen, spielte sie alle gegen die Wand. Konnte exakt ihre Hände nennen, es war wirklich unheimlich.
Ich hatte mir an dem passiven Tisch angewöhnt, mit ner verdammt breiten Range meinen BU zu isolieren, jetzt mit dem jungen Aggro im BB nicht mehr möglich.
Zwei Orbits 3bettet er mein Isolationraise, beim 3. mal in Folge platzt mir der Kragen und es hagelt eine kleine 4bet mit K5o. Er shovt insta und ich muck genervt meine Hand.
Er lobt mich für mein Spiel, meinte ich hätte einfach nur den falschen Zeitpunkt erwischt, er hätte KK gehabt. So wirklich geglaubt, hab ich´s ihm nicht.
Ich war mittlerweile ohne auch nur einen Showdown gesehen zu haben nach knapp 2 Stunden 150$ down und meine Stimmung im Keller. Hätte der 25 jährige Aggro nicht den Tisch verlassen, hätte ich das gemacht. An seinen Platz saß sich ein Cowboy aus Texas im mittleren Alter. Er war so betrunken, dass er seine Augen kaum aufhalten konnte und er begrüßte den Tisch so stimmungsvoll, indem er erstmal beim Versuch sich hinzusetzen über seinen Stuhl stolperte und ein paar Tropfen Bier aus seiner Flasche auf dem Tisch landeten. Jackpot, die Party kann beginnen.
Ich bekomme direkt 99, der Cowboy minraist IP, ich calle.
Flop 66T
ich checke, cowboy setzt 25$, ich calle.
Turn Q
ich checke, cowboy macht eine rieseige Overbet, ich folde und er zeigt 52o. LOL
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Mittlerweile 250$ ohne einen einzigen Showdown down und da ich nur 2 BI mitgenommen hatte, konnte ich auch nicht mehr rebuyen. Ich hoffte einfach nur auf eine Hand um den Cowboy zu stacken, leider war ich so card dead, dass garnix ging.
Der Cowboy raiste nahezu 100% seiner Hände preflop, wenn jemand vor ihm geraist hatte hagelte es 3bets.
Cowboy openraist auf 20$, ein Asiate reraist ihn auf 85$. Der cowboy gibt ein paar rassistische Beleidigungen von sich, die ich nicht wirklich verstanden habe und wird vom Dealer verwarnt. Er callt die 65$.
Flop kommt: 269 alle in Herz
cowboy donkt seine verbleibenden 140$, der Asiate callt.
cowboy deckt 86o auf, Asiate AA. Keiner der beiden ein Herz. Turn Herz und River Herz geben den beiden einen Splitpot. Der Asiate geht sichtlich genervt in die Raucherpause, der cowboy labbert noch irgendwas von Bad Beat und warum denn nicht einmal die blöde 8 kommen kann. Alle am Tisch amüsierten sich köstlich, die Stimmung locker. Auch mit 250$ im Minus, der Tisch machte richtig Spaß.
Ich ging in die Raucherpause und als ich wiederkam waren keine Chips vom Cowboy mehr übrig. Er saß da mit einem Auge offen und nach 5 Minuten fragte der Dealer, ob er sich wieder einkaufen möchte. Er verließ den Tisch mit einer leeren Flasche Bier und torkelte Richtung Ausgang. Verdammt.
Der Tisch wurde unglaublich tight und ich konnte mich mit ein paar kleineren Pötten auf 150$ Verlust hochkämpfen.
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Ich bekam 44 in LP. Ein Raise aus EP und einen Caller aus MP, ich calle auch.
Flop 942, EP spielt mit 16$ an, MP raist auf 35$, ich calle, EP foldet.
Ich war mittlerweile ein wenig angeheitert und wusste nicht warum, ich hatte nur ein Bier und jede Menge Cherrycokes hinter mir. Später stellte sich heraus, dass Cherrycoke ein Cocktail war und nicht wie ich glaubte Cola mit Kirschgeschmack.
Turn J und MP spielt ca. halben Pot, ich reraise All In und er callt insta. Ich drehte fälschlicherweise als Erster meine Karten um und er muckte nach einem River, an den ich mich nicht mehr erinnern kann.
Es begann eine kleine Diskussion am Tisch, das was in der Hand falsch gelaufen sei, letzendlich bekam ich doch noch den Pot und ein paar “nice hand” Rufe hinterher.
Ich spürte immer mehr den Alkohol und mein Allerwertester hatte nach 9 Stunden am Tisch auch nicht mehr so wirklich Lust zu sitzen. Schnell die Chips eingepackt und zum Cashier, der mir knapp 460$ aushändigte.
Nach einem schlechten Start immerhin 60$ Gewinn und ich lies den Abend mit einer überteuerten 7″ Minicheesepizza ausklingen.
Die Fremontstraße, hinten rechts ist das Binions zu sehen:
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